BLOG ▶ 29.10.2026
BauKultur erleben
„Durch baukulturelle Bildung lernen junge Menschen, ihre eigene Lebensumwelt bewusster wahrzunehmen und zu verstehen, dass Räume nicht einfach gegeben sind, sondern gestaltet werden – und damit auch veränderbar sind.“
(QUELLE: 12./13. SEPTEMBER 2026 VORARLBERGER NACHRICHTEN – „BAUKULTUR BEGINNT IM ALLTAG“)
Collage, Material, Farbe und Fotografie – Kinder entdecken neue Themen gerne spielerisch. Doch wie lassen sich baukulturelle Inhalte und die Idee einer nachhaltig und qualitätsvoll gestalteten Umwelt einem jungen Publikum vermitteln? Die Fakultät für Architektur der Technischen Universität Graz setzt hier an: Unter der organisatorischen Leitung des Instituts für Gebäudelehre finden seit mehreren Jahren kreative Workshops an Schulen in Graz und Umgebung statt.
Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen einen niedrigschwelligen Zugang zu architektonischem Denken zu ermöglichen. Eigene Projekte zeigen ihnen, wie gestalterische Entscheidungen ihre gebaute Umwelt beeinflussen. Universitätsassistent:innen verschiedener Institute bringen ihre fachliche Expertise ein und machen mit kurzen Auftaktvorträgen die Vielfalt der Architektur greifbar.
Im Workshop Farbe experimentieren die Schüler:innen anhand von Projekten der GerambRose mit der Wirkung von Farben. Wie verändert sich ein Raum, wenn die Decke dunkler als die Wände ist? Was passiert, wenn Boden und Wände dieselbe Farbe erhalten? Farbkombinationen anhand der Arbeiten von Wada Sanzō, einem japanischen Maler und Designer, ergänzen das Experimentieren und geben Anregungen für eigene Projekte.
Kann eine Wand zur Decke werden? Wie funktioniert Perspektive? Was möchte ich verändern? Diese Fragen stellen sich die Teilnehmer:innen im Workshop Collage, bei dem sie Raumsituationen in Fragmente zerlegen und neu zusammensetzen. Die Schüler:innen experimentieren frei und entwickeln eigene Entwürfe. Dabei wird sichtbar, wie bewusst sie sich bereits mit Räumen auseinandersetzen.
Im Workshop Fotografie wird das Schulgebäude zum Entdeckungsraum. Welche Orte sind besonders spannend, welche werden gemieden? Die Kamera dient als erweitertes Auge und gibt auch verborgenen oder weniger ansprechenden Seiten des Gebäudes eine Bühne. Standort, Bildformat, Licht und Schatten werden bewusst gewählt und die entstandenen Bilder anschließend gemeinsam besprochen.
Zu guter Letzt widmet sich der Workshop Material den Oberflächen und ihrer Wirkung im Raum. In Gruppen von vier bis sieben Schüler:innen das Schulhaus und „kleiden“ ausgewählte Raumsituationen neu ein. Veränderte Farben und Texturen irritieren, lenken Aufmerksamkeit oder verbinden unterschiedliche Oberflächen. Gleichzeitig geht es um Zusammenarbeit: Wie bringe ich meine Ideen ein? Wie diskutiere ich bei unterschiedlichen Meinungen? Wie finden wir Kompromisse? Der Workshop vermittelt damit nicht nur Baukultur, sondern macht gemeinschaftliche Entscheidungen und demokratisches Handeln erfahrbar.
So entdecken Kinder und Jugendliche ihre gebaute Umwelt als einen Lebensraum, den sie bewusst wahrnehmen, hinterfragen und gemeinsam mitgestalten können.
PROJEKTLEITUNG UND -KOORDINATION:
FAKULTÄT FÜR ARCHITEKTUR DER TECHNISCHEN UNIVERSITÄT GRAZ PROJEKTASSISTENT / IVAN IVANOV GINEV UNIVERSITÄTSASSISTENT:INNEN / GIOVANNA CASSAVIA (ITE/NHB), MARLENE ELISA SCHNEIDER (IAL), FERDINAND SCHMÖLZER (IRG), JUSTUS SCHMIRLER (IRG), JENNIFER MICHAELA RAUM (IAL), HANNAH MELZER (IAT HOLZ), TILMAN FABINI (IAM), PATRICK PAZDZIOR (IAT), ALICE STEINER (STDB), MICHAEL PLESCHBERGER (IAT), ANNA-MARIA GSCHWEITL (ENBEDE), BEYZA KÖROGLU (IRG)
TEILNEHMENDE SCHULEN:MITTELSCHULE SINABELKIRCHEN, MUSIK-MITTELSCHULE WEIZ II (2MAL), MITTELSCHULE ST. STEFAN OB STAINZ (2MAL), MITTELSCHULE GRAZ ST. PETER, MITTELSCHULE HITZENDORF, PRIVATE MITTELSCHULE DOBL, GRAZ INTERNATIONAL BILINGUAL SCHOOL (3MAL), ALTES GYMNASIUM LEOBEN, BUNDESREALGYMNASIUM LEIBNITZ